Hintergrund:
In Dresden findet ab Morgen die anarchistische antiautoritäre Aktionswoche statt. Dazu ein Aufruf eines Pica Vulpes, ich dokumentiere. Text ist unverändert.
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Aufruf der Anarchistischen Antiautoritären Soli-Aktion
Im Namen der häuslichen SklavInnen,
im Namen der WanderarbeiterInnen Asiens,
im Namen der osteuropäischen PendlerInnen,
im Namen der LeiharbeiterInnen,
im Namen aller Unmündigen,
wir sind die mittellosen Büttel eines Systems geschaffen zur Bereicherung
der reicher und reicher werdenden Oligarchen, die Bosse transnationaler
Wirtschaftsstrategen. Sie bestimmen im Grunde die Bedingungen für Krieg
und Frieden, für Krise oder Blüte des Kapitalismus, sie haben die Macht
des „Volkes“ und die Macht des Staates unlängst überwunden.
Sie sind mächtiger als jemals in der Geschichte der Menschheit zuvor, die
Bosse der globalen Industrie, die Ölmultis, und allen voran die Akteure
der Banken und der Banken der Banken. Ihre Ausbeutung und Habsucht kennt
keine Grenzen, keine kulturellen oder sozialen, keine nationalen oder
völkischen, keine politischen oder staatlichen. Diesen kapitalistischen
Raubzug haben wir aufzulösen und einen neuen Weg zu gehen. Zum Schutz
unserer „Welt“, zum Fortbestand des Lebens und somit natürlich der
Menschheit, für eine selbst bestimmte Entwicklung.
Der entfesselte Neoliberalismus zerfrisst unsere Sehnsucht nach
Gemeinschaft, er teilt uns in Mächtige und Ohnmächtige.
Wir, eine Menschheit, die zersplittert in soziale schichten, Subkulturen,
in ihre Identitäten und sozialen Milieus. Er zersetzt ein jedwedes
Bewusstsein der Menschheit als Teil eines Ganzen, einer globalisierten
Welt mit ähnlichen sozialen Kämpfen. Die Aufstände sind nicht die Folge
desorientierter Jugendkultur, sondern Folge eines überholten
sterbenskranken Apparats, mit frischen Ideen in der einen und dem Feuer in
der anderen Hand haben wir ihn zu Grabe zu tragen! In der Asche von heute
wird die Blume von morgen wachsen.
Die alte Welt der Staatsnationen als Zentren rechtsstaatlicher
Machtausübung ist die einer überholten Epoche genauso wie ihre zugehörigen
Demokratien, „Herrschaften der Völker“, in einer globalisierten Welt sind
sie verflochten durch transnationale Wirtschaftsbeziehungen. Der
Rechtsstaat wird zum Abhängigen einer globalen Ökonomie und ihren
Erfordernissen. Die vermeintlichen Machtinhaber, die Bürger, haben ihre
Stimme an ohnmächtige RepräsentantInnen abgegeben oder an
Solidargemeinschaft zersetzende, selbstsüchtige Aristokraten. Die
Verfechter des Konservativismus sind strategische Lügner um einen neuen
Krieg zu schüren, damit sie die Herrscher von morgen werden. Sie nutzen
die scheinbar innewohnende Angst des Menschen vor allem Neuem und Fremden.
Es gilt diese reaktionären Kräfte zu überwinden, denn sie werden nur
wieder zum Alten führen.
Treten wir einem sozialen Krieg entgegen, treten wir dem universellen
Plünderungssystem entgegen, organisieren wir die strategische Entwindung
durch die Schaffung einer neuen Welt, eine Welt, die aus unseren Herzen
wächst, eine Welt welche unseren Bedürfnissen angepasst ist, eine Welt in
der Platz ist für viele Welten, Welten, in welchen wir selbstbestimmt und
gleichberechtigt uns entfalten, vernichten wir die Ausübung von Macht des
Menschen über den Menschen.
Wiederholen wir gebetsartig unsere Kritik, auch wenn sie schon wie Asche
auf unserer Zunge liegt. Wir befinden uns in einem Krieg, einem sozialen
Krieg, der Mächtigen gegen die Ohnmächtigen, der Besitzenden gegen die
Habenichtse. Ein Krieg, der gegen die menschlichen Bedürfnisse gerichtet
ist. Ein Krieg, der uns unserer Lebensgrundlage beraubt. Ein Krieg, der
Millionen verhungern lässt. Ein Krieg, der uns erfrieren lässt, der uns
kalt und lebensmüde werden lässt. Dieser Krieg hat nur eine Berechtigung,
unser aller Ohnmacht, unsere Tatenlosigkeit, unsere praktische
Alternativlosigkeit!
Aber eine andere Welt ist möglich, wir tragen sie in unserem Herzen und
ich werde hier und heute anfangen ihr den Weg zubereiten!
Unsere neue Welt, die Welt der selbstbestimmten Menschen fängt hier und
heute an, bedienen wir uns der Materie der alten Welt, formen wir aus dem
Bestehenden unsere Welt.
Gründen wir Gemeinschaften, welche sich ökonomisch unabhängig entwickeln,
autark des kapitalistischen Systems. Beziehen wir unsere Mitmenschen mit
ein, schaffen wir eine neue Welt für uns alle. Eine Welt voller Liebe und
Freiheit. Eine konstruktive Welt, welche alles leben integriert, eine Welt
im harmonischen Gleichgewicht allen Lebens.
Da der entfesselte Kapitalismus in der postkolonialen, globalisierten Welt
aufhören wird seine Krisen zu bewältigen, in denen er sich neue Märkte
erschließt, wird von seinen Verfechtern die Krise bewältigt werden indem
es sie auf dem Rücken der Wehrlosen austrägt, ich werde nichts mehr für
diese Krisen bezahlen, ich werde überhaupt nichts mehr bezahlen. Rechnen
wir einmal die Milliarden, die wir tatenlos zusehend durch „unsere“
RepräsentantInnen den BankerInnen geschenkt haben, in Lebenszeit um, in
Lohnarbeitszeit, sehen wir praktisch ganze Menschenleben verwirkt um
bodenlose Löcher zu stopfen. Mein Leben ist einzig und allein auf den
Untergang des Bestehenden ausgerichtet. Der Geburt einer neuen, einer
freien, einer aufgeklärten, einer emanzipierten von gemeinschaftlichem
Geist beflügelten Menschheit zugewandt!
Wir AnarchistInnen haben die Verantwortung und das Bewusstsein, dieses
Chaos zu ordnen!
Wir brauchen keine destruktive Zerstörung, wir sind die Feinde der Macht,
wir sind die Feinde des Krieges, wir haben diesen Konflikt zu überwinden!
Wir brauchen eine neue Welt, eine bessere Welt, wenn wir etwas zerstören,
dann mit dem Willen und der Tatkraft an seiner Stelle etwas Besseres
aufzubauen!
Ich fordere die Emanzipation zum selbstbestimmten Subjekt!
Ich fordere den Massenausstieg aus diesem unmenschlichen System!
Ich fordere die Gesetzlosigkeit, um aus der alten Ordnung unmittelbar eine
neue entstehen zu lassen!
Ich fordere den Aufbau einer authentischen menschlichen Gemeinschaft!
Ich fordere eine konsequente solidarische Verteidigung unserer Idee und
ihren Früchten!
Ich fordere den radikalen Umbruch!
Für Gleichheit, Freiheit und Gemeinschaftlichkeit!
Ich rufe alle sich in der Lage befindlichen Menschen ein Zeichen zu setzen
gegen die Repressionsorgane weltweit!
Bauen wir unsere Föderationen und Netzwerke auf!
Nehmen wir uns was wir brauchen!
Verzeihen wir einander unsere Fehler, arbeiten wir an uns, in der
Solidarität liegt unsere Kraft.
Ich grüße alle Unterdrückten, alle Gefangenen, alle SklavInnen, im Kampf
um unsere Befreiung haben wir eine aufregende „Welt“ zu gewinnen und
nichts zu verlieren als unsere Ketten!
Zeigen wir den DresdnerInnen unsere Solidarität!
Zur Anarchistischen Antiautoritäre Aktionswoche 17.-24.09.2011
Übersetzt es in alle Sprachen und sendet die Botschaft in alle Winkel der
Welt!
Für unsere Kinder, mit sozial-revolutionären Grüßen!
Pica Vulpes